Nackenschmerzen, was tun?

Nackenschmerzen können sehr unangenehm sein und sich negativ auf das allgemeine Befinden auswirken, wenn sie häufig auftreten oder stark sind. Die Ursachen für die Verspannungen im oberen Rücken und Hals sind vielfältig. Obwohl die Schmerzen heftig sein können, verbirgt sich meist keine schwerwiegende Erkrankung dahinter. Mit einigen Maßnahmen können die Beschwerden gezielt gelindert und ihrem erneuten Auftreten vorgebeugt werden.

Ursachen für Nackenschmerzen

Häufig rühren die Beschwerden von überlasteten Muskeln am Nacken, den Schultern und im oberen Rücken her. Diese Überbeanspruchung kann durch eine einseitige oder falsche Körperhaltung zustande kommen, beispielsweise dadurch, dass der Telefonhörer zwischen Schulter und Ohr eingeklemmt wird, um beide Hände während eines Telefonats nutzen zu können. Besonders Personen, die sitzende Tätigkeiten ausüben, zum Beispiel im Home-Office, haben häufig mit Nackenschmerzen zu tun. Wenn der Arbeitsplatz nicht auf die Körpergröße eingestellt und beispielsweise der Schreibtisch zu hoch oder zu niedrig ist, führt dies im Lauf der Zeit unweigerlich zu Schmerzen. Der Körper kann die Fehlbelastung zwar einige Zeit ausgleichen, wird jedoch früher oder später mit Verspannungen reagieren.

Im Laufe des Lebens verschleißt die Wirbelsäule, was ebenfalls zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Auch Verletzungen, zum Beispiel ein Schleudertrauma durch einen Unfall, gehen oft mit starken Schmerzen einher. Eine weitere Ursache für verhärtete Muskeln im Nacken ist Stress, da der Mensch in belastenden Situationen automatisch die Schultern in die Höhe zieht und eine Schutzhaltung einnimmt. Des Weiteren können psychische Erkrankungen wie Depression oder Angststörung mit erhöhter Muskelanspannung und daraus resultierenden Schmerzen einhergehen.

Was hilft gegen die Schmerzen?

Rühren die Beschwerden von Verspannungen her, so ist Wärme eine gute Behandlungsmethode. Wärmepflaster, die auf den schmerzenden Bereich geklebt werden und die Muskeln über viele Stunden hinweg warmhalten, sind im Alltag besonders praktisch. Auch ein dicker Schal, ein Vollbad mit einem rosmarinhaltigen Zusatz oder ein heißes Kirschkernkissen sorgen für entspannende Wärme. Bei frischen Verletzungen dürfen Wärmeanwendungen allerdings nicht zum Einsatz kommen.

Um Verspannungen vorzubeugen, sind regelmäßiger Sport und Massagen besonders geeignet. Nordic Walking, das den ganzen Körper kräftigt und die Beweglichkeit verbessert, ist ebenso empfehlenswert wie Schwimmen. Eine wichtige Rolle spielen auch gezieltes Krafttraining, mit dem Dysbalancen ausgeglichen werden können, sowie Dehnübungen. Thaimassagen können bei chronischen und akuten Nackenschmerzen sehr hilfreich sein, da die Muskulatur gelockert, der Lymphfluss angeregt und die Gelenke mobilisiert werden. Verhärtungen in den Muskeln werden gelöst, während Stresshormone durch die Berührungen abgebaut werden, sodass Körper und Seele wieder in Einklang kommen.

Personen, die unter Nackenschmerzen leiden, sollten auf eine gute Ergonomie ihrer Möbel achten. Das beginnt zu Hause mit einem Nackenstützkissen und einer Matratze, die zum Körpergewicht und der Schlafposition passt. Am Arbeitsplatz müssen Stuhl, Tisch und Monitorhöhe sowie -abstand richtig eingestellt werden, damit die Arme bei der Benutzung von Tastatur und Maus waagerecht zur Tischplatte liegen und der Kopf gerade gehalten werden kann. Bei Muskelschmerzen, die durch psychische Erkrankungen oder Stress ausgelöst werden, sollte man sich an einen Arzt wenden. Dieser kann die Ursachen, die den Muskelschmerzen zugrunde liegen, behandeln und dadurch die Verspannungen indirekt lindern.

Foto: drubig-photo – stock.adobe.com